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Eine FDP auf der Flucht vor der Macht braucht niemand

Die FDP war einmal die Partei der bürgerschaftlichen Verantwortung. Eine Partei der Freiheit, die man sich nimmt um zu gestalten. Eine Partei der Macher, von Menschen die sich erfolgreich auch in der Verantwortung für das Gemeinwesen sahen. Eine Partei von Leuten, die sich nicht auf Regelung und Bürokratie verlassen wollten, weil Menschen Besseres hinbekommen, wenn man ihnen den nötigen Raum lässt.

Westerwelle hat wohl noch so gedacht, hat der Partei aber die Würde genommen, das Selbstbewusstsein, das Pflichtgefühl. Schon dadurch, dass ihm neben dem Auswärtigen Amt offenbar das „Regeln“ quasi zustünde, bis ihm Jüngere letzteres nahmen. Für die war dann aber Freiheit erkennbar keine Verantwortung mehr, sondern Verantwortungslosigkeit. Nicht mehr Freiheit für etwas, sondern Freiheit von etwas.

Unter Lindner verweigerten die Liberalen sich 2017 der Verantwortung. Und mussten deshalb 2021 unter allen Umständen in eine Regierung. Dort nahmen sie sich dann die Freiheit, die eigene Regierung zu sabotieren, stellten die eigene Partei konsequent vor das Land. Der Wahn, dafür belohnt werden zu wollen, hat immer noch etwas Größenwahnsinniges.

Jetzt meint Dürr, dieses Denken brauche man „radikal“. Das ist, wie wenn man von der Straße abgekommen erst richtig Gas gibt. Wo das wohl hinführt?

Deutschland ist oft zu etatistisch, verstrickt sich im Dickicht gut gemeinter Regelungen. Hier täte ein Korrektiv gut, eine Kraft, die den Menschen etwas zutraut und zumutet. Ein liberales Korrektiv. Eine FDP, die sich nur noch für sich interessiert und mit Verantwortung nicht behelligt werden will, braucht aber keiner.

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Autor

Diplom-Ökonom, Diplom-Politologe, MSc. in European Accounting and Finance Geschäftsführer bei polyspektiv, Vorstandsmitglied bei der EBD Wohnhaft in Berlin und in der Pfalz