Allgemein

Hauptsache etwas Besonderes?

Was bei mir immer wieder Kopfschütteln verursacht, ist das irgendwie typisch deutsche Bedürfnis, um jeden Preis etwas Besonderes sein zu wollen. Sich per se immer für fähiger, besser, überlegen, organisierter und im Recht zu halten. Und wenn dieses Bild der Realität nicht mehr standhält, ins Gegenteil zu verfallen. Immer auf der Kippe zwischen Weltmeister und Komplettversager. Im Fußball, wie im richtigen Leben.

In Sachen Corona wollen die Talkshows so wenig zur Realität passen, wie die Schlagzeilen. Europaweit bei allen Kennzahlen besser als der Durchschnitt, die Lage entspannter als in 8 von 9 Nachbarstaaten, wollen alle sich suhlen in Selbstkasteiung und Selbstmitleid. Ach, wie schön wäre da etwas mehr Nüchternheit, Konstruktivität. Wenn man sich mit den Herausforderungen beschäftigen würde statt mit eigenen Komplexen.

Da freu ich mich doch, dass der Spiegel auch diese Seite unserer Realität mal beleuchtet. Zumal er in letzter Zeit eher die Bildzeitung herausfordert im Wettbewerb um “Deutschlands best Dramaqueen….”

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Autor

Diplom-Ökonom, Diplom-Politologe, MSc. in European Accounting and Finance Geschäftsführer bei polyspektiv, Vorstandsmitglied bei der EBD Wohnhaft in Berlin und in der Pfalz