Aufruf: Für ein Polen-Denkmal in Berlin

„Nur wenn (…) unser zweiter großer Nachbar Polen heute als Nation in seiner ganzen Würde und Freiheit geachtet wird, kann aus Nachbarschaft Freundschaft werden. Dem gilt es ein Zeichen zu setzen“ – heißt es im Aufruf für ein Polen-Denkmal, den ich gerne und aus Überzeugung unterzeichnet habe.

Ein Denkmal ist hochpolitisch, gerade im polnischen Bewußtsein. Und dieses in Berlin setzt ein wichtiges europäisches Zeichen – gerade jetzt, in Zeiten angespannter Beziehungen. Es zollt dem Nachbarn Respekt. Es verweist auf Grundsätzliches im Umgang miteinander. Und es ermutigt all jene in Polen, denen an engen und guten Beziehungen gelegen ist, die die Interpretation der Beziehungen nicht den Nationalisten überlassen wollen, die in der Zusammenarbeit mit Deutschland eine Stärkung beim Eintreten für ein europäisches Polen sehen.

 

Eindrücke vom Evangelischen Kirchentag

Wenn vom Gendarmenmarkt die Trompeten von Jericho herüberhallen, sich im Feierabendverkehr drumherum aber dennoch einfach nichts bewegen will;

wenn am Informationsstand der EU einen Pastor aus Nordelbien die Frage umtreibt, was wohl Luther zur Europäischen Einigung gesagt hätte, bevor ein Eberswalder mit Kirchentagsschal und AfD Button davon überzeugen will, dass Jesu Aufforderung zur Nächstenliebe nicht für Tschetschenen gelte, die von ehrlosen polnischen Taxifahrern an die Oder gebracht worden seien, bevor ein fränkisches Seniorenpaar (Religionslehrer?) intensiv zu reflektieren beliebt, wie sich die Europäische Grundrechtecharta zur Theologie Bonnhöfers und zu Luthers Freiheit eines Christenmenschen verhalte;

wenn subjektiv in Massen 15jährige mit Brille und Dutt (Typ Geigenschülerin, aber ohne Geige) ihre seelig grinsenden Väter am orangen Schal hinter sich herschleifen, während die mürrisch dreinblickenden Mamas versuchen den Anschluss zu behalten ohne dabei die apathisch mit Blick aufs Mobiltelefon hinterherschlurfenden Söhne aus den Augen zu verlieren;

wenn am Stand des evangelischen Kirchenkreises Neukölln katholische Nonnen vegane bengalische Linsensuppe reichen, ebenfalls anwesende Türkinnen dazu aber dringend Sucuk und Ayran empfehlen;

wenn in der hessischen Landesvertretung gelehrt über Vielfalt debattiert wird, während nebenan bei den Rheinland-Pfälzern alle Generationen zu rheinhessischem Rap in den Kniekehlen wippen, bevor ein Speyerer Pfarrer mit einem Glas Wein in der Hand Luthers Abendsegen spricht, nicht ohne zuvor noch darauf hingewiesen zu haben, dass alle eingeladen seien, in der Pfalz weiterzuwippen;

DANN ist evengelischer Kirchentag in Berlin. Als Sozialstudie der Bundesrepublik Deutschland des Jahres 2017 unschlagbar.

Demokratie und Europa ernst nehmen

Europa und die liberale, offene, Demokratie sind zum Zankapfel geworden. Zwischen ihren Unterstützern und Gegnern tut sich ein Graben auf. Egal ob in Polen, in Großbritannien, in Österreich, in der Türkei oder zuletzt in Frankreich: Immer wieder sieht die eher etablierte, urbane, kulturell offene Hälfte der Gesellschaft ihre Überzeugungen herausgefordert von Menschen, die sich nach Einfachheit und Abschottung sehnen. Die Demokratie als die Möglichkeit zur Durchsetzung des Willens einer irgendwie homogen gedachten Gemeinschaft verstehen. Die Verständigung mit anderen als lästige Zeitverschwendung empfinden. Weiterlesen…

Neuer Film der EU-Kommission: Fragen zur EU

Als ich im Frühjahr bei einer Veranstaltung in Potsdam mitgewirkt habe, fiel mir die Kamera kaum auf. Aber nun bin ich wild fuchtelnd quer durch die Republik zu sehen – immer da, wo über das Informationsnetzwerk der Europäischen Kommission informiert wird.

Programmarbeit: Europa kommunizieren

Von den Auswirkung der sozialen Medien auf populistische Bewegungen, über mehr Kompetenzen für die EU in der Bildungspolitik bis hin zu neuen Konzepten für die deutsche Europakoordinierung: die Agenda des vierten und letzten EBD Exklusiv im Rahmen des Konsultationsprozesses zu den Politischen Forderungen 2017/18 der Europäischen Bewegung war anspruchsvoll. Weiterlesen…

Antwort an Alexander Gauland

In seinem Beitrag „Europa hat eine Zukunft nur ohne Brüssel“ verlangt der AfD-Politiker Alexander Gauland eine radikale Abkehr von der seit dem 2. Weltkrieg von allen Bundesregierungen verfolgten Europapolitik. Hier meine knappe Reaktion auf der Debattenplattfom The European und bei Facebook:

1. Ein gemeinsamer Markt braucht gemeinsames Recht. Die freie Entfaltung und damit der Erfolg auch kleiner Einheiten im Wettbewerb setzt geeignete Rahmenbedingungen voraus. Diese müssen entwickelt, geschaffen, durchgesetzt und gepflegt werden. Weiterlesen…

CEU: Es geht um unsere Freiheit

Den Folgenden Text zur Unterstützung der Central European Univeryity (CEU in Budapest) habe ich mitverfasst, als Aufruf hat ihn eine ganze Reihe vo Organisationen im Bildungsbereich miitgetragen. Mehr dazu auf der Website der Europäischen Bewegung.

Die ungarische Politik gegen die Central European University widerspricht europäischen Prinzipien! Weiterlesen…

Einschätzung zu Rumänien

Die rumänische Plattform VICE hat mich – wie auch andere Experten – um eine Einschätzung der Situation in Rumänien im gesamteuropäischen Zusammenhang gebeten. Hier meine Äußerung in deutscher Sprache: Weiterlesen…

Kohl und Polen: Instinktpolitiker auf fremdem Terrain

Den folgenden Beitrag über Helmut Kohl und Mittelosteuropa habe ich für die polnische Zeitschrift Nowa Europa Wschodnia geschrieben. Er ist dort in Ausgabe 6/2016 in polnischer Sprache erschienen.

Nova EuropaDer Westeuropäer Helmut Kohl wurde ausgerechnet in Warschau von der Zeitenwende überrascht. Mit einer großen Wirtschaftsdelegation hatte er sich ins Nachbarland aufgemacht, als erster westlicher Regierungschef nach Bildung der Reformregierung unter Tadeusz Mazowiecki. Polen maß diesem Besuch große Bedeutung zu, schienen wirtschaftliche Kontakte für die Modernisierung des Landes doch unverzichtbar. Der Kanzler der damals kraftstrotzenden Bundesrepublik Deutschland und die siebzigköpfige Delegation in seinem Schlepptau standen für Auslandsinvestitionen und Technologietransfer. Und doch beäugte man den Gast kritisch, betonte er doch unablässig, dass über die polnische Westgrenze noch zu entscheiden sei. Nach der deutschen Wiedervereinigung. Weiterlesen…

Europas Werte müssen bleiben

Der Vorstand der Europäischen Bewegung Deutschland e.V. hat bei seiner Sitzung am 21. Oktober die folgende Erklärung beschlossen:

EBD-Vorstand-zu-Brexit„Wir bedauern das Votum einer knappen Mehrheit der Wählerinnen und Wähler im Vereinigten Königreich, die Europäische Union zu verlassen. Wir erwarten für die bevorstehenden Austrittsverhandlungen Respekt und Anerkennung gegenüber den fundamentalen Prinzipien der EU. Dazu gehört, dass die vier Grundfreiheiten des Binnenmarkts nicht verhandelbar sind. Grenzüberschreitender Personen-, Waren-, Kapital- und Dienstleistungsverkehr gehören zusammen. Europas Rechts- und Wertegemeinschaft darf nicht ausgehöhlt werden. Wir erwarten zudem, dass alle aus der Mitgliedschaft entstandenen Rechte und Pflichten respektiert werden. Weiterlesen…

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